![]() Öl auf Leinwand, 2010 (40 x 50 cm) |
Der Neandertaler war ein zäher Bursche, angepasst an die harten Bedingungen der Steinzeit. Seine Kieferknochen waren auf zähes Fleisch eingestellt, seine Gelenke, Sehnen und Bänder viel dicker als unsere. Eine Halskette aus geschliffenem Markasit und blauen Süßwasser Perlen verleiht dem Urmenschen eine Art Anmut, die bei seinen Artgenossen wahre Gefühls-Cocktails ausgelöst haben muss. Der steinzeitliche Ohring aus Perlmut und gehärtetem Meersalz diente nicht nur der Zierde, sondern war auch ein ideales Werkzeug, den Faden der betischenen Seidenspinne aufzudrehen. Die zielgerichtete Verwendung der Unikate, um Artgenossen schon vor 50.000 Jahren zu gefallen, setzt eine gewisse Intelligenz voraus, die viele dem Neandertaler nicht zugetraut hatten. Die Mode-Accessoires waren jedoch zum überwiegenden Teil aus dem damals giftigen Stein des Betischen Kordilleregebierge angefertigt worden. Nicht selten Leckten die Urmenschen auch an ihren Schmuckstücken, da sie die bunten Steine und Perlen in ihren regelmäßigen Rauschzuständen für Leckereien hielten. Betischer Kordillerestein in hohen Mengen ist jedoch giftig und führt zu Nierenversagen, weichen Knochen und Hirnschäden. Die letzten Vertreter diese Art lebten in spanischen Höhlen und waren sich bis zum Schluss nicht der toxikologischen Wirkung der Klunker, mit denen sie gegenseitig beeindrucken wollten, bewusst. Vor etwa 28.000 Jahren starb der Neandertaler aus. |